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Die Historie des Schlosshotels Ballenstedt

Das Schlosshotel Großer Gasthof kann auf eine lange und bewegte Geschichte, nicht zuletzt geprägt durch das Herzogtum Anhalt Bernburg mit seinen Fürsten und Herzögen, zurückblicken.

Fürst Victor Friedrich ließ 1732-1733 an der Südseite des Schlossplatzes hier in Ballenstedt ein Jagdzeughaus errichten, welches zur Aufbewahrung allerlei Jagdgerätes für seine Parforcejagden benötigt wurde. Mit Victor Friedrich begann die hohe Zeit dieser Jagdform im Unterharz, von welcher er ein großer Liebhaber war. So entstand ein imposantes dreigeschossiges Gebäude, auf dessen Giebel ein Relief mit zwei Hirschen und Jagdgerät seinen Bestimmungszweck kund tat. Es gab Wohn- und Logisräume für die Bediensteten und Gäste der Parforcejagden. Jagdwaffen und eine Vielzahl von Jagdutensilien wie Tücher, Fang- und Prellnetze, Pferdegeschirre, Jagdhörner u.v.m. mussten untergebracht werden. Im Hof entstanden ein Holzlager, Pferdeställe und Hundezwinger für die Meute.

1765 verstarb Fürst Victor Friedrich von Anhalt Bernburg. Ihm folgte sein Sohn Friedrich Albrecht, der mit der Verlegung der Residenz von Bernburg nach Ballenstedt, das Jagd- und Zeughaus im gleichen Jahr zum "Großen Gasthof" umbauen ließ. Der von ihm mit der Umgestaltung beauftragte wallonischer Baumeister Martin Peltier baute den Redoutensaal- einen runden Saal mitsamt einer in Rundbögen geöffneten Galerie auf dorischen Holzsäulen- ein. Somit entwickelt sich der "Große Gasthof" immer mehr zum Zentrum des höfischen Lebens der Residenzstadt Ballenstedt.

Seit 1791 ist die Bewirtschaftung des "Großen Gasthofes" nachweisbar. Im 19. Jahrhundert gehörten Casper David Friedrich, Wilhelm von Kügelgen und die Schwestern Bardua zu seinen bekanntesten Gästen.

Mit den steigenden Ansprüchen der Gäste wurden in dieser Zeit mehrfach kleinere Umbauten und Modernisierungen vorgenommen.

Eine neue Küche entstand, der östliche Giebel erhielt eine Terrasse. 1874 folgte eine Kegelbahn und 1903 bekam die Nordseite des Ostflügels eine Veranda. Durch den Anbau der Glasveranda an der Nordfassade bekam das Haus nun sein markantes Aussehen.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges wurde die Stadt Ballenstedt von amerikanischen Truppen besetzt und der "Große Gasthof" beschlagnahmt. Nach deren Abzug rückte die Rote Armee in die Stadt ein. Im "Großen Gasthof" wurde nun medizinisches Personal untergebracht, welches in Teilen des Schlosses das als Lazarett diente, tätig war. Es folgte die Nutzung als Übergangsquartier für Flüchtlinge und Umsiedler. Eine wiedereröffnete Gastwirtschaft stellte ihren Betrieb 1952 ein.

Bereits ab 1950 wurden Teile des "Großen Gasthofes" als Stadtmuseum genutzt. 1952 übernahm das "Institut für Lehrerbildung" einen großen Teil der Räumlichkeiten als Internat mit einer Mensa.

Schon in den 60er Jahren steuerte das Haus auf eine ungewissen Zukunft zu. Der fortschreitende bauliche Verfall in den 70er Jahren führte 1980 zur Sperrung des Gebäudes. Der letzte Mieter verließ 1985 seine Wohnung im Westflügel. Der Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes scheiterte Anfang der 90er Jahre an den hohen Kosten für eine denkmalgerechte Rekonstruktion.

Somit wurde der "Große Gasthof" 1995/1996 abgerissen und in den Jahren 1996/1997 von der Düsseldorfer Ferdinand- Lentjes- Holding, als Grundstückseigentümer, unter Berücksichtigung der äußeren Formgestaltung des Vorgängerbaues, neu errichtet. Am 29. November 1997 war es dann soweit. Das Schlosshotel "Großer Gasthof" wurde nun offiziell im Rahmen einer Festveranstaltung feierlich eröffnet.

Seit dem Jahr 2001 gehört das Schlosshotel, wie auch das Parkhotel "Schloss Meisdorf" zur van der Valk Gruppe.